TEO – die clevere Sitzgelegenheit für ÖV-Nutzer
Stefan von Arx, Design-Ingenieur und Entwickler von TEO, und Martin Hüsser, Koordinator Infrastruktur bei der VBG, geben Auskunft.

Eine gemütliche Sitzbank an jeder Haltestelle – das wäre schön, kann aber leider nicht überall realisiert werden. Sei es, weil nur sehr wenige Ein- und Aussteiger die Haltestelle nutzen und sich deshalb die Investition für die Gemeinde nicht rechnet, sei es, weil es die Platzverhältnisse nicht erlauben. Gut, gibt es TEO! Der clevere Klapp-Sitz kann überall dort eingesetzt werden, wo der Platz nicht für eine Bank reicht, aber dennoch das Bedürfnis nach einer Sitzgelegenheit da ist.

Herr von Arx, bestimmt setzt man sich nicht einfach hin und erfindet einen Sitz wie TEO. Wie sind Sie auf die Idee dieses Klappsitzchens gekommen?
Die Idee entstand im Rahmen meiner Master-Diplomarbeit zum Design-Ingenieur. Im Gespräch mit der Firma Burri public elements AG* zeichnete sich das Bedürfnis für eine Sitzgelegenheit ab, die an ÖV-Haltestellen mit beschränkten Platzverhältnissen eingesetzt werden könnte. Dass es eine einfache Klappsitzfläche werden sollte, welche bestehende Infrastrukturen quasi als Untergestell nutzt, zeigte sich erst im Entwurfsprozess. Dieser Prozess beinhaltete Einzelschritte wie etwa Nutzerbefragungen und Bedürfnisanalysen. Für mich war es ein Glücksfall, ein neues Produkt mit und für Burri public elements AG entwerfen zu können.

Martin Hüsser, was spricht aus der Sicht der VBG für diesen Klappsitz?
Der Klappsitz kann ohne grossen Aufwand direkt an bestehende Haltestellen-Infrastrukturen montiert werden. Es braucht dafür weder ein Genehmigungsverfahren noch Begleitarbeiten wie etwa Fundamentbauten oder aufwändige Montagen. So können wir rasch und punktuell eine vergleichsweise preisgünstige Sitzgelegenheit anbieten.

Wie bewähren sich denn die Sitze im betrieblichen Alltag?
Martin Hüsser: Sehr gut. Dank der einfachen, stabilen und wartungsarmen Bauweise von TEO entstehen praktisch keine Wartungskosten. Dadurch, dass der Sitz automatisch hochklappt, benötigt er nur sehr wenig Platz. Die Reinigungsmaschinen werden nicht behindert, und das Trottoir kann normal genutzt werden.

Wie kommt der Sitz bei den Nutzern an?
Stefan von Arx: Direkte positive Rückmeldungen habe ich aus persönlichen Gesprächen mit indirekten Nutzern wie Gemeindemitarbeitenden, Verantwortlichen von Verkehrsbetrieben usw. erhalten, welche den Klappsitz auf ihren ÖV-Strecken installiert haben oder es noch tun wollen. Aus Umfragen weiss ich ausserdem, dass viele Menschen den Sitz schön finden und insbesondere ältere Menschen ihn deshalb schätzen, weil ihnen die erhöhte Sitzfläche das Aufstehen erleichtert.

Martin Hüsser: Auch wir haben bisher nur Positives erlebt mit TEO. Als wir auf unserer Facebook-Seite über die Sitze berichteten, haben wir ermutigende und teilweise sogar dankbare Kommentare erhalten.

Stichwort ältere Menschen – sind sie die hauptsächliche Zielgruppe für TEO?
Stefan von Arx: Grundsätzlich ist TEO für alle da, die sitzend warten möchten. Natürlich habe ich mich im Entwicklungsprozess vertieft mit dem Thema «Sitzen im Alter» und die demographische Entwicklung in der Schweiz auseinandergesetzt. Das Thema Mobilität – gerade auch in Verbindung mit dem demografischen Wandel – ist aktuell und äusserst spannend. Nicht nur werden in den nächsten Jahren weitaus mehr Menschen in Städten als auf dem Land leben. Die Städte werden auch multikultureller und vor allem von deutlich mehr älteren Menschen bewohnt werden. Diese sind – im Vergleich zu früheren Generationen – in der Regel sehr mobil.

Wie wichtig war Ihnen die Materialwahl, und nach welchen Kriterien wurde dieses für TEO ausgewählt?
Stefan von Arx: Mir war bei der Produktentwicklung wichtig, dass wir Materialien verwenden, welche rezykliert oder möglichst bedenkenlos entsorgt werden können. Der Klappsitz besteht aus Metall – Stahl und Aluminium – und aus einer sogenannten HPL-Platte, die zu 70 % aus Papier und zu 30 % aus Harz besteht. Sämtliche Materialverbindungen sind lösbar ausgeführt, dadurch können diese mühelos nach ihrem Lebensende getrennt und dem Recyclingprozess zugeführt werden.

Martin Hüsser: Auch dieser Punkt spricht aus unserer Sicht für TEO, versuchen wir bei der VBG doch wo immer möglich ökologische Prinzipien zu berücksichtigen. Wenn ein Gerät oder ein Teil der Infrastruktur am Ende seiner Lebensdauer unkompliziert entsorgt wird, dient uns das natürlich auch.

Hat Sie die TEO-Idee zu weiteren Designprojekten inspiriert?
Stefan von Arx: Mich faszinieren einfache und clevere Funktionsprinzipien, und ich beschäftige mich beruflich ständig mit ihnen. Ich habe gerade wieder ein neues Produkt auf den Markt gebracht – ein mit Bienenwachs behandeltes Tuch, das anstelle von Plastikfolie verwendet werden kann. (www.loggia16.ch).

*Burri pubic elements AG ist eine langjährige Lieferantin und Partnerin der VBG. Als Komplettanbieterin von Public Elements®– Einrichtungselementen des öffentlichen Raums – hat sie schon während des Baus der Glattalbahn viele Elemente mitgestaltet. Das Angebot von Burri public elements AG beinhaltet clevere und formschöne Lösungen in den Bereichen Mobiliar, Absperrsysteme, Abfallsysteme, Parkierlösungen, Werbe- und Infosysteme, Signaletik und Wegleitsysteme, Verkehrstechnik und Beleuchtung. Aktuell besteht ihr Angebot aus über 100 Produktefamilien und vielen individuell entwickelten und auch in Kleinmengen produzierten Speziallösungen.

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